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Das tschechische Volleyball-Auslegungswörterbuch

30. 06. 2010


Während ich in der Funktion des Vorsitzenden des TVVs immer wieder auf viele tückische Petrefakte stoße und versuche, die nachgestellten Klappfallen auszuweichen, gönne ich mir in meinen Kurzweilen, Städte unseres Landes zu besuchen, bei den Fachseminaren und moderierten Trainingseinheiten aufzutreten. Das Erste ist ein bezahlter Job, das Zweite ist ein Dienst dem Lande. Zu dem Landesdienst komme ich noch in den nächsten Artikeln. Wenn ich bei den Seminaren die Volleyballthemen erkläre oder die Fragen beantworte, glaube ich, dass mich die Leute verstehen, aber fast alle Teilnehmer sagen mir, dass meine geschriebene Texte zu kompliziert sind. Ich habe zum Beispiel geschrieben: „Der Inhalt des Volleyballs sind meistens offene Fähigkeiten. Sie sind durch unvorhersehbare und verändernde Bedingungen charakterisiert. Die nächste charakteristische Volleyballfähigkeit ist die Bewegungskontrolle. Im Unterschied zur Gymnastik oder Leichtathletik, wo die Bewegungskontrolle maximal sein muss. Dieser wesentliche Unterschied muss sich auch im pristup zu Lernen und Training auswirken. Auch wenn andere Volleyballfähigkeiten wie das Zuspiel und die Annahme aus der Sicht der Technikdefinition eigentliche sehr stabil ist, muss man sie als offene Fähigkeiten, betrachten, was eine wesentliche Bedeutung für das Lernen hat. Einfach gesagt, alles, was im Volleyball mit geschlossenen Bedingungen gelernt wird, ist falsch. Verstehen Sie es nicht? Ja, ich kenne es und deshalb versuche ich es mit einem Beispiel:

Die Auslegung 1

Offene Fähigkeiten – ein gelerntes Baggern ohne Fähigkeit, das in vielen Situationen, die im Spiel erscheinen,  benutzen zu können, kann man fast als ungelernt bezeichnen.

Die Bewegungskontrolle – Wenn der Spieler angreift, kann er sich nicht auf seine Bewegung konzentrieren, sondern vor Allem auf die Lösung der Spielsituation. Deshalb sollte er seine Bewegung nur teils kontrollieren können. Also die Bewegung muss gelernt werden.

Die Fortsetzung: „Die Ausnahmen kann man bei den absoluten Anfängern tolerieren, wo die unveränderte Bedingungen unterstütz werden müssen, um den Spielern erste erfolgreiche Schläge zu übermitteln. Im nächsten Praxisverlauf müssen wir meistens mit den unveränderten Bedingungen üben.

Die Auslegung 2

Wir müssen irgendwie anfangen….und wenn sich der erste Schlag eher einem Klatsch ähnelt, seien Sie nicht traurig und freuen Sie sich darüber, das richtige Treffen des Balles ist bei den Anfängern wichtiger als die Technik. Sobald die Kinder den Ball irgendwie treffen, müssen wir sofort zum Spiel übergehen. 

Die Fortsetzung:“..In letzter Zeit nimmt die Volleyballtheorie immer die Tatsache ernst, dass es in der Analyse der Spielfähigkeiten nicht mehr nur um die motorische Seite geht, sondern, dass die kognitive Seite bei der Realisation der Bewegungen immer an Bedeutung nimmt.

Vyklad 3

Die Trainer sollten sich nicht nur um die Bewegungsform kümmern, sondern sie sollten vor Allem beobachten, wie der Spieler die entstandene Spielsituation löst. Wenn ein Spieler den Ball ins Aus fallen lässt, ist eine richtige Lösung einer Situation. Und der Trainer sollte es auch schätzen.  

Fortsetzung:“…..die Außenbedingungen, in denen der Volleyballspieler seine Fähigkeiten realisiert, sind durch unständige Veränderungen charakterisiert. Wenn wir über das Lernen im Volleyball sprechen wollen, müssen wir uns zuerst vorstellen, wie die wesentlichsten Subsysteme des komplexen Systems, das „Das Bewegungsverhalten“ des Volleyballspielers genannt wird. Es sind die Antizipation und die Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, das Programmieren und die Organisation der Bewegungsantwort. Und die Wahrnehmungsentwicklung, das Programmieren und die Organisation der Bewegungsantwort müssen wir mindestens teils den Prozessen des impliziten Lernens.

Die Auslegung

Das Volleyballspiel – es ist eine ständige Situationsveränderung. Der Spieler hat was vor, aber die Spielentwicklung zwingt ihn, seine Gedanken überzuarbeiten. Wenn wir das Volleyballspiel richtig lernen wollen, müssen wir als Trainer uns vorstellen, wie es in den Köpfen der Spieler funktioniert. Es ist das Schwerste in der Trainerarbeit, eben das zu schaffen, dass die Spieler richtig ahnen, sehen und handeln, dass sie sich richtig entscheiden. Es passiert nämlich oft, dass die Trainer erst das letzte Glied der Kette beobachten. Es ist zwar bequem, weil man das sehen kann, aber für das Lernen ist es überhaupt nicht effektiv. Um den Ball richtig zu treffen, muss der Spieler abschätzen, wo er zu stehen hat, muss sich auch vorstellen, wie er spielen soll und dabei muss er auch die Mitspieler und gegnerische Spieler beobachten. Das Ergebnis ist eine Tat. Ob richtige oder falsche, beide speichern sich im Gedächtnis der Spieler. Der Lernprozess geschieht unwillkürlich. Es geschieht, ohne dass die Spieler wüssten, dass sie jetzt lernen. So lernen die Brasilianer und Afrikaner Fußball. Ohne Trainer. Ist es besser so oder könnte es noch einfacher sein?  

Zdeněk Haník, Prag am 28.6. 2010



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