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Zdeněk Haník

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Am Nachmittag versuche ich es wieder, dann sage ich dir Bescheid

19. 08. 2009


Ich fange mit einer freundlichen Geschichte an, denn es gibt einen Grund zur Freude. Wir haben uns auf die Weltmeisterschaft 2010. Jeder Erfolg sollte gefeiert werden, auch unsere Spieler haben zuerst gemeinsam, später je hat jeder nach eigener Art den Erfolg in der Quali gefeiert. Ich habe aus der Aberglaube mein Bad im Meer erst nach dem letzten abgespielten Punkt genossen, die Möglichkeit dazu kam um 1 Uhr in der Nacht, als wir uns mit dem TV-Reporter Jiri Rejman und Statistiker Petr Sezemsky (der hat nebenbei eine hervorragende Spionage-Arbeit vor dem Spiel gegen Holland geleistet) Richtung Strand begeben haben. Als wir heimgegangen sind, haben wir das Trio Tichacek, Krystof und Konecny getroffen, die sich im Rahmen des Feierabends ein schönes Ritual ausgedacht haben. Mit unglaublicher Freude haben  sie sich gegenseitig Ohrfeigen ausgeteilt, wenn einer bekommen hat, durfte er austeilen. Sie haben das Ritual richtig genossen. Sie haben versucht, auch uns ins Ritual hineinzuziehen, die Kollegen haben sich überzeugen lassen, mich haben die Spieler davon gespart. Ein männliches Spiel. Am Morgen sahen sie aus, als sie für zwei Stunden im Solarium eingeschlafen hätten. Das hat Spaß gemacht.

Heute möchte ich beim Begriff männlich bleiben. Schon als Spieler haben mich die immer verletzten Spieler geärgert. Noch mehr ärgert es mich jetzt als Trainer. Ich weiß, dass die Verletzungen oft mit einer vernachlässigen Prävention oder mit einem Mangel im Krafttraining zusammenhängt. In jedem Verein, wo ich trainiert habe, habe ich von Anfang an gesagt: „Die Gesundheit ist eine Spielfähigkeit, wenn ihr sie verliert, nehme ich das als Mangel an der Professionalität an“. Im Verein habe ich es einigermaßen kontrollieren können, in der Nationalmannschaft nicht. Die Spieler kontrollieren ihren Gesundheitszustand, vor Allem um fit für seinen Verein zu sein. Ich kann es verstehen, aber einige Verletzungen haben sich bei einigen Spielern zu oft wiederholt. Eine Aussage aus dem Vormittagstraining wie „Ich versuche es am Nachmittag und dann sage ich dir Bescheid“ hat sich immer wieder bei den gleichen Spielern wiederholt. Es ist soweit gekommen, dass ich manchmal am Nachmittag die Spieler nicht  mehr gefragt habe. Aus dieser Sicht habe ich bei der Qualifikation eine positive Erfahrung mit einer männlichen Einstellung der Spieler gemacht. Tichacek leidet seit Langem an Hüftenschmerzen, die Dr. Juda als kompliziert bezeichnet hat. Darunter hat auch Tichy selbst gelitten. Nach jedem Training konnte er kaum ins Zimmer kommen. Er hat gehumpelt und die Schmerzen hat er sicherlich nicht vorgetäuscht. Wir hatten deswegen richtig Angst, aber unser Zuspieler Nr. 1 hat nicht aufgegeben hat wie ein Mann gekämpft. Nach den Fragen „wie es mit dem Bein geht“?, hat er immer geantwortet:“Gut, gut, gut“ und er hat gekämpft. Mit Jakub Vesely sah es noch schlimmer aus. Zuerst die Rückenprobleme, dann die Ellbogenentzündung, die erhöhte Körpertemperatur verursacht hat. Der Ellbogen sah beim Mittag wie ein Rugby-Ball aus. Ich habe nicht gehofft, dass Jakub spielen kann, deshalb habe ich Ales Holubec für die Rolle vorbereitet. Aber Jakub wollte unbedingt für die Nationalmannschaft im Spiel spielen, in dem um Alles ging. Er hat hervorragend gespielt. David Konecny hat im Spiel gegen Portugal mit dem Ball so ins Gesicht bekommen, dass er die nächsten Bälle nicht sehen konnte. Keine Meckerei, keine Zeichnungen für die Auswechslung. Er hat weiter mit einem zweifarbigen Gesicht gekämpft. Das sind gute Signale für den tschechischen männlichen Volleyball. Vielleicht kommen in die Nationalmannschaft wieder wirkliche Männer.

Zdeněk Haník



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