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Der goldene Fond der Methodik
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Die Taktik bei den Profiteams
08. 01. 2010
Ich bin in Roeselare im Hotel, wir sind eben von der Videoanalyse zurückgekommen. Es war in drei Tagen schon zum dritten Mal, dritte Videoanalyse in drei Tagen für eine Mannschaft. Die Championsleague ist für uns wichtig, nach dem wir aus dem nationalen Pokal ausgeschieden worden sind. Man kann es sehen, am Druck von Medien, an den Trainern und auch an uns. Mindestens der zweite Platz in der Gruppe wird von uns erwartet, damit sich der Verein um die Veranstaltung von Final Four bewerben kann. Deshalb ist das heutige Spiel mit Knack Roeselare so wichtig. Ich will heute etwas über die Taktik sprechen. Die Taktik ist in der Gegenwart nach der individuellen Technik von jedem Spieler eine der wichtigsten Sachen. Die Taktik bestimmt das System, in dem das Team im Angriff, in der Abwehr, bei dem Aufschlag und der Annahme spielt. Die Taktik bestimm, wie der Spieler bei einer bestimmten Spielsituation denken soll, die Taktik beeinflusst wesentlich das vorige Training. Die Taktik bildet das Team, weil jeder weiß, was zu tun ist. Manchmal wird die Taktik bei uns unterschätzt, viele Information schaden wohl, am besten werde mit reinem Kopf gespielt usw. Es ist nicht wahr, man braucht diese Informationen, heute werden bei fast allen Mannschaften benutzt. Es ist nur notwendig, dass alles übersichtig wird. Bei uns funktioniert es so: Für jeden Gegner haben wir zwei bis drei Videoanalysen, für einen leichteren Gegner werden zwei Videos in ein zusammengestellt. Jede Videoanalyse dauert etwa bis eine Stunde. Die Videos werden von dem Statistiker durch Data Volley erstellt. Er schneidet alles zusammen, was der Trainer von allen Spielen, die er zur Verfügung hat, sehen will. Meistens werden die Videos aus vier bis sechs Spielen gemacht, bei dieser Menge kann man schon klare Tendenzen im Spiel erkennen. Die erste Videoanalyse ist sehr einfach. Jeder Spieler bekommt Papiere voll von vielen Informationen. Vom Aufschlag über einzelne Rotationen bis zu den Angriffsrichtungen der einzelnen Gegenspieler. Es gibt zwei Gründe, warum das gemacht wird: Erstens kann jeder Spieler während der einwöchigen Vorbereitung alles finden, was er braucht, zweitens: man kann nicht alles von einer einstündigen Videoanalysen, wo der Trainer an uns viele Information schüttelt, erinnern, deshalb auch die Papiere. Bei der ersten Videoanalyse bekommen wir also die Papiere, schauen wir uns ein oder zwei Sätze an und bekommen die Grundinformationen. Also Knack: Der Grundangreifer nach dem gegnerischen Aufschlag heißt Contreras und die Nummer 12 (den Namen habe ich mir nicht gemerkt), der Zuspieler Depestele spielt schnell und bei einer guten Annahme benutzt er zwei Angriffskombinationen: Das Zuspiel Nr. vier und das schnelle Zuspiel über den Kopf und dann das Zuspiel Nr. eins und das schnelle Zuspiel in die Zone 4. Er reißt damit den gegnerischen Block. Beim Blockieren sind sie nicht so gut, der Zuspieler, beide Angreifer und Contreras blockieren falsch. Die zweite Videoanalyse ist schon mehr stressig. In jeder Rotation werden die Präferenzen bestimmt. Wieder bei Knack: Wenn der Zuspieler in der Zone 1 Spielt und die Annahme perfekt ist, werden die Angriffe viel durch die Mitte durchgeführt, unser Mittelblockspieler muss voll aufspringen. Wenn der Zuspieler in der Position 4 und 5 spielt, haben die Gegenspieler auf der Position vier einen Brasilianer, der bei der Annahme nicht so gut angreifen kann, dann kann unser Spieler auf der Position 2 das gegnerische Angriff Nummer vier blocken, unser Mittelblocker muss sich dann zwischen dem Pipe, Angriff aus der Position 2 oder dem Zuspiel Nr. vier entscheiden, was er abwehren soll. So werden aller Rotationen durchgeschaut. Hier müssen die Trainer und der Statistiker viel überlegen, damit sie die wichtigsten Informationen sammeln. Der gegnerische Zuspieler wird auch gründlich analysiert, was er in welcher Situation spielt. Unsere Zuspieler erfahren, wie die gegnerischen Spieler blocken und was sie dann spielen sollen. Die dritte Videoanalyse kommt dann am Spieltag. Wir erfahren die Angriffsrichtung der einzelnen gegnerischen Angriffsspieler, schnell, präzise. Contreras: Auf der Position II blockieren wir das Loch, beim Quickzuspiel entweder die Linie oder die scharfe Diagonale. Unsere Sechs geht mehr ins Innere des Feldes, beim hohen Zuspiel geht unsere Sechs nach hinten. Aus dem hinteren Spielfeld greift er ähnlich an. Der Trainer entscheidet, wie wir bei welchem Angreifer was schließen und was frei bleibt. Die Diskussionen kommen nur selten dabei. Bei jedem Angreifer wird eine spezielle Abwehr wie am Netz, als auch im Hinterfeld vorgeschrieben. Zum Schluss kommen noch die Richtungen der einzelnen Aufschläge. Zum Schluss möchte ich nur dazu sagen, dass die Taktik und alle diesen Informationen nicht umsonst sind. Sie funktionieren nicht als Hilfe oder Möglichkeit. NEIN. Es ist ein System, das zu halten ist. Es gilt nicht, dass wir was probieren und das wollen wir nicht usw. Es wird das gespielt, was gespielt werden soll. Und das entscheidet der Trainer. Diskussionen gibt es nicht. Die Leute, die behaupten, dass die Spieler dann nicht frei spielen können, denen ist der Zug weggefahren. Die Spieler sollten keine Freiheit haben, die Spieler haben das zu spielen, was ihnen der Trainer sagt. Und der Trainer ist dann für das Ergebnis verantwortlich. Ja, es kann passieren, dass einer, der unvorbereitet spielt, einen, der sich gut vorbereitet hat, schlägt. Aber statistisch führt dieser Weg ins Unbekannte. Es passiert auch, dass Taktik bestimmt wird und die Spieler sind nicht fähig, diese Taktik einzuhalten. Das ist schon eine Trainingssache und der Trainer muss sein Team gut abschätzen. Ich spiele leider in einem Team, wo wir alles können müssen. Man muss auch cool im Kopf sein. Die Fans werfen dem Nationalteam vor, nicht emotional ohne Aggressivität zu spielen. Manchmal ist es wahr, aber meistens ist es so: Damit der Spieler alles im Spieler erfüllen kann, muss er hundertprozentig konzentriert sein. Er kann sich nicht den Schrei, Streit und überflüssige Aggression erlauben. Nur die Besten können die Aggressivität und die Konzentration kontrollieren. Bei uns können das Lebl und Rak. Als Blockspieler sollen sie auch so sein. In der polnischen Liga ist die Taktik und die Arbeit der Statistiker die Notwendigkeit. Vor drei Jahren hat SKRA Belchatow alles gewonnen nur, weil sie am besten organisiert war. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Volleyballspiel ist halt kein Spiel für Dumme, obwohl einige das manchmal behaupten.
Jakub Novotny
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