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Die Barrieren der Spitzenleistung

14. 08. 2009


Die erste Woche im August ist seit Langem die Zeit des Beginns der Vorbereitungen auf die nächste Saison. Ich spreche nicht nur von der Spitzenkategorie der Erwachsenen, sondern auch der Leistungsmannschaften der Jugendkategorie. Seit Langem gilt es, dass der Urlaub im Juli verlaufen muss, weil der August immer dem Volleyball gehört. Das Ziel der Vorbereitung ist, die erlernten Fähigkeiten noch besser durchführen zu können, das auch unter Druck und ohne nachzudenken. Je mehr trainiert wird, desto mehr gelernt wird. Das gilt im Volleyballspiel nicht immer. Warum? Aus der Literatur ist es bekannt, dass die konditionellen, technischen und weiteren Fähigkeiten von den momentanen Bedingungen abhängig sind. Sie können auf die Müdigkeit, Lustschwankungen, schlechte Hydratation oder Ernährung schlecht reagieren. Diese schlechten Elemente heißen Leistungsbarrieren. Gut kann man sie bei der mangelnden Kondition, Technik oder Taktik beschreiben und diagnostizieren. Mit diesen Leistungsbarrieren kann man und muss man kämpfen. Man muss auch feststellen, ob die Probleme im konditionellen, technischen oder taktischen Bereich liegen. Eine Entfernung von diesen Barrieren ist am einfachsten. Die Barrieren im mentalen Bereich zu entfernen, ist viel schwieriger. Die sind komplexer, man muss also zuerst die konditionellen, technischen oder taktischen Gründe ausschließen. Ein Beispiel: Das Team spielt gut, verliert allerdings im fünften Satz die Führung und verliert zum Schluss doch das ganze Spiel. Der Grund muss allerdings nicht unbedingt die Selbstbewusstseins- oder Motivationsverlust sein. Es kann sein, dass sie körperlich müde waren. Deswegen können die Durchführungen an der Stabilität verlieren. Der Grund ist klar konditionell, der das Team nicht zum Sieg geführt hat. Die Barrieren in diesem Bereich zu entfernen, ist am einfachsten. Zur Entfernung der Hindernisse ist die Einstellung des Sportlers, der seine guten wie auch schlechten Seiten am besten kennt. Die Schlüsselrolle spielt hier auch der Trainer, der bestimmt, was und wann zu tun ist. Die Kondition ist von vielen Faktoren abhängig. Kraft, Schnelligkeit, Dynamik, Beweglichkeit, aerobe und anaerobe Kapazität sind Attribute, die am stärksten entwickelt werden sollten. Eine besondere Rolle spielt hier auch das Talent, das dem Sportler auf das hohe Niveau weiterhelfen kann. Über die Weiterentwicklung des Spielers entscheidet allerdings das Training. Ein negativer Einfluss auf die Leistung können Kleinigkeiten wie schlechte Ernährung oder Flüssigkeitsmangel haben. Der Fahrer weiß, was mit dem Auto passiert, wenn an der Tankstelle mit einem qualitativ schlechten Kraftstoff getankt wird. Die Leistung sinkt ab. Wenn wir uns nicht richtig ernähren, wird unsere Leistung auch sinken. Flüssigkeiten muss man auch immer täglich nachfüllen. Worauf noch geachtet werden muss, ist genügende Gelenkbeweglichkeit der Spieler. Ein genügender Schlaf und passive Erholung müssen auch eingehalten werden. Die Erholung und vor Allem passive Erholung ist beim Sportler ein sehr wichtiges Faktor, das den Unterschied zwischen einem guten Spiel und der Hoffnung auf die nächste Chance ausmachen kann. Die nächsten Barrieren können im technischen und taktischen Bereich liegen. Die Technik und Taktik beschäftigt uns bei jeder Trainingseinheit. Wie entstehen hier die Barrieren? Sie bestehen, wenn die Spieler nicht richtig das Erlernen der Technik erleben, anders gesagt, sie verstehen nicht, worum es geht. Das könnte dann im Spiel über dem Sieg entscheiden, die Spieler laufen auf dem Spielfeld umsonst. Der zweite Bereich kann sein, dass die Trainer beim Erlernen nicht konsequent genug sind. Sie tolerieren Fehler, die werden dann im Spiel, wo man nicht mehr über richtige technische Durchführung nachdenken kann, schwer bestraft. Dagegen können nur die Konsequenz und keine Toleranz zu den Fehlern helfen. So könnte man die Mängel entfernen. Es sieht einfach aus, aber hier ist der Trainer bei der Analyse der Barrieren gefordert.

Petr Juda



die Kommentare

Ein paar Fragen

Spielerin Bůďa

17.08.09 14:39

Ich haette ein paar Fragen: Was heisst passive Erholung und wie unterscheidet man diese von der aktiven? Wann treibt man welche? Wie viel, was und wie lange vor der Leistung sollte man essen, wenn man von einem wichtigen Spiel steht, um in der besten Lage zu sein? Und: Wann sollte man die ionizierten Getraenke trinken und wann ist nur stilles Wasser das Beste? Koennen diese spezializierten Getranke in einigen Situationen auch schaedlich sein? Danke fuer diesen Fachartikel und Beantwortung meiner Fragen

Für Bůďa

Radek Krpač

20.08.09 01:29

Grüß dich Bůďa, ich denke, du bist eine intelligente Spielerin, wenn du dich für alle diesen Dinge interessierst. Antwort auf die erste Frage: bei einer passiven Erholung liegst du einfach auf einem Sofa und liest ein schönes Buch oder kuckst einfach Fenseher. Aktive Erholung hast heute getrieben, als du schön Tennis gespielt hast und nicht nachdenken musstest wie du die Schläge durchführen musst, was du im Volleyball sicher machst. Zweite Frage: Am besten isst du 2 Stunden vor der Leistung - also vor dem Aufwärmen - Frühstück - Corn flakes, Glas Milch, Juice und Joghurt. Zwischen den Spielen solltest du schon was Warmes essen wie z.B. Pasta oder Reis. Dritte Frage: Aus der Sicht des Energierverbrauchs ist Volleyball nicht so anstrengend wie z.B. lange Strecken in der Leichtathletik usw., da muss man schon aufpassen, wann man was isst und trinkt, beim Volleyball entscheidet dies nicht über den Sieg und Niederlage. Da enttäusche ich dich vielleicht, aber ob stilles Wasser oder ionisierte Getränke - da ist das Gefühl des Sportlers gefragt und man sollte hier wirklich nicht übertreiben. Ich freue mich auf deine nächsten Beiträge und wünsche dir eine erfolgreiche Saison. Radek Krpač




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